Ungewöhnliches Konzert des Liederkranz Usenborn vor großem und begeistertem Publikum

/ (co). „Reine Männersache” war es dann doch nicht, denn das Konzert des Männergesangvereins „Liederkranz“ Usenborn unter diesem Motto begeisterte auch die Frauen im großen Publikum vollends. Das humorvolle Programm mit internationaler Chorliteratur aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen bis zu hin aktueller deutscher Pop-Musik belohnten die mehr als 250 Gäste im Bürgerhaus Gelnhaar immer wieder mit Jubel und am Ende mit Standing Ovations. Akteure der Usenborner Theatergruppe „Die fidelen Bühnentreter“ lockerten den Gesang mit Sketchen auf.

Immer passend zum Thema, wechselten die Sänger ihr Outfit. Die Gesamtleitung hatte Chorleiter Matthias Schmitt, dem der Liederkranz-Vorsitzende Robert Wegener herzlich für seine sprühenden Ideen dankte. Auch dankte Wegener schmunzelnd den zahlreichen Frauen im Publikum, „die trotz der vielen Anspielungen tapfer ausgehalten haben“ und entschuldigte sich für manche - liebevolle - Frotzelei. Aber so ist es nun mal bei „Reiner Männersache“, die Herren der Schöpfung verstehen sich untereinander und ab und an sind auch die Partnerinnen Gesprächsstoff. Das bleibt bei so vielen gestandenen Mannsbildern zwischen 25 und 70 Jahren, wie sie im Liederkranz singen, nicht aus.

Mit dem Klassiker „Funiculi-Funicula“ begann das Konzert. Nach zwei Liedern bewegten Wegener als Gesangsschüler und Axel Bechtholdt von den „Bühnentretern“ als russischer Gesangslehrer sich „auf den Flügeln des Gesangs“. Der Schüler verzweifelte schier an den Interpretationen des Titels aus dem Musical „Anatevka“ - sehr zum Vergnügen des Publikums. Anschließend war Fußball angesagt: in bunter Fankleidung und mit Vuvuzelas stürmten dieMänner auf die Bühne und inszenierten gesanglich ein Match: „Anstoß, los, dribbeln, wir wollen jetzt endlich ein Tor sehen, Schuss, Nachschuss, Tooor“ - und so ging’s melodiös und rhythmisch weiter. Anschließend berichtete ein Sänger vom „Sonndachmiddach auf dem Fußballplatz“ und vom Fachsimpeln mit den Kameraden in der Kneipe, „das sie sowieso nicht versteht“ - gemeint ist die Gattin zuhause. Dann allerdings folgte ein Loblied auf „drei lachende Mädchen“. Der Sketch „Ein Haar in der Suppe“ mit den Herren in Schürzen und mit Kochlöffeln und Schaumschlägern amüsierte das Publikum. Er ging nahtlos über in ein „Speisezettel-Lied“ über gutes Essen. Selbst das auf dem Fensterbrett in der Sonne vergessene Zwiebelmett war Gegenstand eines lustigen Songs.

Nach der Pause waren gefühlvolle wie leidenschaftliche internationale Lieder an der Reihe, die Herren nun in Manchesterhosen, Jeans, karierten Hemden und Hosenträgern. Nach einem Sketch der „fidelen Bühnentreter“ zum „Ruhestand“ folgte die Liederkranz-Interpretation von Herbert Grönemeyers Hit „Männer“, zu dem sich die Sänger in schwarze Hosen und rosa Hemden gekleidet hatten. Auf eine „weibliche Beschwerde“ aus dem Publikum hin, lustig dargebracht von einer „Bühnentreterin“, folgte das gesangliche Gegenstück über „Frauen“. Was im unterhaltsamen Repertoire des Chores nicht fehlte, war der Hit „Männer sind Schweine“ der Rockband „Die Ärzte“, präsentiert in rosa Hemden, rosa Krawatten, mit Schweinemützen und rosaroten Ringelschwänzchen an den schwarzen Hosen. Auch hier nahmen sich die Männer augenzwinkernd auf den Arm.

Mit dem gefühlvollen Lied „Dank an den Abend“ und dem Nachtwächterlied ging das gelungene Konzert zu Ende - und Jeder, Jede wusste ein bisschen besser über „reine Männersache“ Bescheid.

Text: Kreisanzeiger für Wetterau und Vogelsberg vom 30.03.2011