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Chronik

Im Juli 1898 wird der Gesangverein „Liederkranz“ Usenborn  ins Leben gerufen. Hauptinitiator und erster Vereinsvorsitzender ist Bürgermeister Wilhelm Müller. Chorleiter ist bis zur Einstellung der Sangestätigkeit 1934 immer ein Lehrer der Usenborner Volksschule. Auf die Eignung zur Leitung eines Chores legt der Gemeindevorstand in der Folge immer großes Gewicht bei den Einstellungen. So sind neben dem ersten Chorleiter Wilhelm Wagner in den Jahren bis 1934 auch die Lehrer Schmidt, Meininger und Steiner als Chorleiter tätig.

Bald nach der Gründung werden schon Feste und Wertungssingen besucht. Die Fahrten zu den Sängerfesten der Vogelsberger Sängervereinigung, die bis nach Schotten führen, werden mit festlich geschmückten Heuwagen, denen fein heraus geputzte Pferde vorgespannt waren, durchgeführt. Die Phase des erfolgreichen Vereinsaufbaus nach der Gründung erreicht 1914 mit einem großen Fest zur Fahnenweihe ihren Höhepunkt. Sie wird durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges jäh unterbrochen. Nach dem Krieg wird der Chor zwar durch Bürgermeister Wilhelm Müller erneut ins Leben gerufen, doch eine aufbauende Sangestätigkeit kommt bis zur Einstellung 1934 nicht mehr zur Geltung.

Die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Wirren der Weimarer Republik wirken bis auf die Ebene der Dörfer hinab und übertragen sich in die Vereine. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Februar 1933 werden die Aktivitäten der Kultur führenden Vereine zunehmend beeinflusst und gleichgeschaltet. Viele Vereine stellen daraufhin im Laufe des Jahres 1934 ihre Arbeit ein, darunter auch der „Liederkranz“. Die Sangestätigkeit ruht bis 1948.

Im Herbst 1948 wird von dem heimatvertriebenen Lehrer Walter Richter der Usenborner „Liederkranz“ erneut ins Leben gerufen. Lehrer Richter legt als Chorleiter auch den Grundstein für die weitere Chorarbeit. Chorleiter Erhard Matzke führt ab 1953 die Arbeit von Lehrer Richter fort und formt die Sänger in seiner 26jährigen Tätigkeit zu einem angesehenen Chor.

Neuer Schwung kommt ab 1969 in den Verein: Heinrich Theiß wird Vorsitzender und bleibt dies 21 Jahre lang. Seine engagierte Werbung für den Chorgesang führt zu einer kontinuierlichen Zunahme der Sängerzahl und mit der Einstellung des jungen Chorleiters Hartmut Fillsack aus Kefenrod auch zur weiteren musikalischen Entwicklung des Chores. 2005 gibt Hartmut Fillsack nach vielen Erfolgen den Chorleiterstab weiter an Matthias Schmitt aus Hailer.

Neben Erfolgen bei Sängerwettstreiten, gut bewerteten Kritiksingen des Niddertal-Sängerbundes, wunderbaren Auftritten bei Liederabenden und Freundschaftssingen und unvergessenen Konzerten ist die Aufnahme von neun Liedern im großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks 1992 und deren Ausstrahlung im Januar und Februar 1993 ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Ein ganz besonderer Höhepunkt für den Chor und den Verein ist das Jahr 1998, in dem in mehreren gut organisierten Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt das 100jährige Bestehen gefeiert wird. Seitdem führt der „Liederkranz“ auch die Zelter-Plakette.

In der Vereinsgeschichte wechseln sich schöne und traurige Ereignisse ab, Erfolge folgen auf Misserfolge, doch immer bleibt die Liebe zur Chorarbeit, zum gemeinsamen Erarbeiten eines Chorwerkes bis hin zur Aufführung, das bestimmende Thema im Leben eines Chores.

Karl-Friedrich Michl

Publiziert am: Mittwoch, 15. Oktober 2008 (7425 mal gelesen)
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